Habe ich schon einmal erwähnt, dass abnehmen wirklich lästig sein kann?

Wenn es darum geht sein Übergewicht loszuwerden sprechen wir stets von den Vorteilen der ganzen Sache.
Es geht dann um mehr Beweglichkeit, Lebensqualität, Gesundheit, Ansehen und bestimmt wird man dann demnächst auch Prinzessin von Deutschland.

Aber man, abnehmen nervt!

Jeden einzelnen Tag macht man sich Gedanken darüber, was man isst.
Bloß nicht zu viel aber auch nicht zu wenig.
Stoffwechsel-Themen hier und Grundumsätze dort.
Dann steht man morgens auf, ist voller Tatendrang und alles läuft gut – klar, der Tag ist ja auch noch jung!
Bis in den Mittag ist man dann auch noch all das, was man von sich selbst erwartet:
Motivierter Leistungssportler, enthusiastischer Ernährungsguru, leichtfüßige (und nicht ganz so leichtfüßige in meinem Fall) Sportmaus.
Schön! Erfolgreich und mit dem Durchhaltewillen des Dalai Lamas beschenkt.

Und dann wird es 17 Uhr.
Und dann naht der Feierabend irgendwann.
Und dann geht es Heim.
Und es regnet.
Ach nein, erst zum Sport – Ein Elend!
Und dann steht man da, im Regen weil es in Hamburg immer regnet.
Und hat keine Lust auf Sport, weil man Sport immer nur hinterher geil findet.
Und wenn man erzählt, dass man ja voll super gern regelmäßig Sport macht und weil sich das ja auch viel besser liest und sagen lässt als „Was? Sport? Oha ich hasse das! Ich schwitze nicht gern und bis ich meinen Arsch erst mal vom Sofa gehoben habe vergehen Schaltjahre, aber nützt ja nichts, muss ja sein damit ich sagen kann, dass ich total gern regelmäßig Sport mache. TOTAL GERN! Immer! Auch bei Regen!“
Und es regnet noch immer.
Und dann kommt man irgendwann Heim.
Und dann ist da diese Couch.
Diese so schlimm gemütliche Couch.
Und dann will man gesund essen.
Man will ja abnehmen.
Auch bei Regen.
Und dann lockt das Gefühl von Damals.
Wenn man Heim kam und einen heißen Kakao trank und Pudding essen konnte und wollte und Mama Abendbrot machte.
Und dann hat man da seinen Salat.
Stochert drin rum.
Nicht weil der nicht lecker wäre, das ist er!!
Sondern weil der Schweinehund in einem lieber etwas mit Käse überbacken will.
Und dann ist alles so… so… so: Regen in Hamburg!
Und dann will ich nicht vorbildlich sein.
Dann will ich es nicht besser wissen können.
Dann will ich nicht „die gute Entscheidung treffen.“
Dann will ich nicht nachhaltig gesund werden sondern ich will so viel Pasta dass ich drin baden kann.

Und dann frage ich mich, was ich am Ende des Tages eigentlich wirklich will.
So wirklich, ganz ehrlich und aufrichtig.
Und dann:

Gibt es Salat bei Regen in Hamburg.
Auch wenn der bei Sonnenschein besser schmeckt.

Manchmal.
Manchmal ist es nicht leicht.
Und manchmal kotzt es einen tierisch an.
Und manchmal – und immer öfter – hält man aber trotzdem durch.

Denn das ist am Ende das was mich ans Ziel bringt.
Abnehmen.
Bei Regen.
In Hamburg.

*Stocher*

Nicole

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